Aktuelles

 Daten der Erinnerung 2021

 

Aktuell bestimmt die Corona-Pandemie unser Leben. Dennoch sollten wir nicht versäumen, uns an wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit zu erinnern. 2021 bietet eine Fülle solcher Geschehnisse. Nur drei davon sollen hier gestreift werden.

 

Eins ist schon wegen seines Alters von herausragender Bedeutung. Und doch ist es gerade heute wichtig. In wenigen Tagen wiederholt sich am 27.01. zum 76. Male die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, in dem Juden vernichtet oder auf Arbeitslager verteilt und damit zu Tode gebracht wurden. Wir in Ahlem wissen davon, weil sich ein solches Lager auf unserem Heisterberg befunden hat.

 

Köln, der Kaiser und die jüdische Geschichte

1700 Jahre jüdisches Leben im heutigen Deutschland

 

Am 11. Dezember 321 erließ Kaiser Konstantin auf eine Anfrage aus Köln, damals eine römische Stadt mit etwa 15.000 Einwohnern mit dem Namen Colonia Claudia Ara Agrippinensium, ein Dekret (Gesetz). Darin gestattet er die Berufung von Juden in die Kurie (Stadtrat). Bis dahin war es den Juden, soweit überhaupt im Römischen Reich geduldet, verboten, öffentliche Ämter zu bekleiden, auch wenn sie dazu befähigt gewesen wären. Schon das Neue Testament erwähnt freilich den „Ratsherrn“ Josef von Arimathäa. Ein später Nachfahre ist dann Albert Silberberg, Direktor der Israelitischen Gartenbauschule, der 1922 in den Rat der Gemeinde Ahlem gewählt wurde.

 

Eine mittelalterliche Abschrift aus dem 06. Jahrhundert dieses kaiserlichen Dekrets befindet sich im Codex Theodisianus im Vatikan.

 

Das Dokument ist die älteste bekannte schriftliche Quelle zur Existenz von Juden nördlich der Alpen, zu einer Zeit, in der noch nicht einmal die Franken Köln erreicht hatten und sich ein staatliches Gebilde von „Deutschland“ auch nicht entfernt am historischen Horizont abzeichnete. Zusammen mit archäologischen Quellen gestattet es die Schlussfolgerung, dass schon vor weit mehr als 1700 Jahren hier jüdisches Leben stattgefunden hat.

 

Die Geschichte jüdischen Lebens auf dem Gebiet Deutschlands ist freilich keine Geschichte der Kontinuität gewesen. Sie war gekennzeichnet durch vielfache Diskriminierung, Verfolgung und Pogrome und reicht über die Jahrhunderte bis zu den Auswüchsen der „Arisierung“ und des Holocaust, der bekanntlich auch in Ahlem tiefe Spuren hinterlassen hat.

Das sollten sich heute jene vor Augen führen, die zum wachsenden Antisemitismus beitragen.

 

Zwei völlig andere historische Ereignisse jüngeren Datums weisen ebenfalls aktuelle Bezüge auf.

Die Schlacht bei Langensalza

 

Am 27.06.1866 – vor 155 Jahren – lieferten sich hannoversche und preußische Truppen bei Langensalza in Thüringen eine Schlacht, die 1436 hannoversche und 830 preußische Soldaten das Leben kostete. Die Hannoveraner hatten obsiegt, dann jedoch gleichwohl wegen militärischer Erschöpfung kapituliert. In der Folgezeit wurde Hannover von Preußen annektiert, aus der stolzen Residenzstadt Hannover wurde eine preußische Provinzstadt, der blinde König Georg V. wich in das österreichische Asyl aus. Dorthin folgte ihm Königin Marie, die gerade 1 Jahr auf der neu errichteten Marienburg wohnen konnte. Die Marienburg verkörpert also weder niedersächsische noch welfische Geschichte, sondern einfach das kurzlebige Geburtstagsgeschenk eines reichen Königs an seine Ehefrau.

Die Auseinandersetzung bei Langensalza war eine der Schlachten im „Deutsch-Deutschen Krieg“ 1866. Sein Bestreben als neuer preußischer Ministerpräsident, die Vormachtstellung Österreichs zu beenden, nutzte Otto von Bismarck bereits im „Deutsch-Dänischen Krieg“ 1864 um die Provinzen Holstein und Schleswig, das konkurrierende Österreich zugunsten Preußens zu schwächen.

 

Am 03.07.1866, wenige Tage nach Langensalza, gelang dann Preußen in der Schlacht bei Königgrätz (Böhmen), die österreichischen und sächsischen Armeen zu schlagen: Preußen hatte sich in kurzer Zeit als führende Territorialmacht durchgesetzt, den Weg zur sog. „kleindeutschen“ Lösung geebnet. Es bedurfte freilich noch des 3. Krieges – des „Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71“ –, um auch noch das widerborstige Süddeutschland mit Baden, Württemberg und Bayern an Preußens Seite zu holen: die Gründung des „Deutschen“ Reichs konnte 1871 unter preußischer Führung erfolgen.

 

Damit blieben jedoch Millionen deutschsprachiger Menschen in Österreich mitsamt Böhmen und Mähren ausgegrenzt, während Millionen der Minderheiten (ca. 10 %) von Polen, Masuren, Pruzzen, Litauer, Sorben, Franzosen, Belgier und Dänen einer Germanisierungspolitik ausgesetzt wurden.

 

Kriegerisch begründet, beendete der 1. Weltkrieg dieses Kaiserreich der preußischen Hohenzollern: Deutschland wurde Republik, gab sich erstmals eine demokratische Struktur.

 

150. Geburtstag Friedrich Ebert

Daran ganz wesentlich beteiligt war der Mann, der wenige Tage nach der Gründung des Kaiserreichs am 04.02.1871 – vor 150 Jahren – in Heidelberg als Sohn eines Schneidermeisters jener Mann geboren wurde. Ihm oblag es dann, die Scherben der kriegerischen Katastrophe auf zu lesen: Friedrich Ebert. Seine Wanderschaft als Sattlergeselle führt ihn bald nach Bremen und zu den Sozialdemokraten. Nach dem Tode August Bebels wurde er 1919 zum Vorsitzenden der SPD gewählt. Ab 10.11.1918 Mitglied des Rates der Volksbeauftragten, wurde Ebert am 11.02.1919 zum Reichspräsidenten der „Weimarer Republik“ und damit zum ersten demokratisch legitimierten Staatsoberhaupt in der deutschen Geschichte gewählt.

Von Anfang an war Ebert dem Hass und den Diffamierungen der demokratiefeindlichen Rechten ausgesetzt. Man machte ihn für die Niederlage verantwortlich („Dolchstoßlegende“), während sich die militärische Führung (insbesondere die in Hannover hoch geschätzten Hindenburg und Ludendorff) von jeder Verantwortung freizeichnete.

Wegen eines vor dem Amtsgericht Magdeburg laufenden Beleidigungsprozesses verzögerte Ebert eine erforderliche chirurgische Behandlung einer Appendizitis. Er starb am 23.02.1924 mit 54 Jahren an einer nicht mehr heilbaren Bauchfellentzündung. Ausgerechnet Hindenburg wurde zu seinem Nachfolger gewählt.

 

Von 1950 bis 1975 war in Ahlem die heutige Mönckebergallee nach Friedrich Ebert benannt. Vielleicht ist sein 150. Geburtstag hinreichender Anlass, erneut eine Straße nach ihm zu benennen.

Das Wort Eberts gilt jedenfalls: Demokratie braucht Demokraten, die sich für sie engagieren.

 

Heute mehr denn je!

 

Siegfried Frohner

Veranstaltungen 2021

Entscheidend für alle zukünftigen Aktivitäten ist, dass die Verwaltung der Landeshauptstadt aus angeblichen Gründen des Denkmalschutzes, des Brandschutzes und der Baunutzung sämtliche Veranstaltungen im Kalkbrennofen des Willy-Spahn-Parkes verboten hat.

Deshalb unterbleiben zunächst alle Aktivitäten des Vereins.

 

Welche Konsequenzen sich zukünftig aus dem Verbot der Stadt ergeben, wird Gegenstand weiterer Beratungen des Vereins sein. Wir werden die Öffentlichkeit rechtzeitig unterrichten.



Abgesagter Vortrag über die Steinbrüche zwischen Mönckeberg und Heisterberg - wird voraussichtlich nachgeholt in 2021

Prägend für Ahlems Geschichte war der Abbau seiner Bodenbestandteile. Neben Ton und Sand spielten jedoch vor allem Asphalt und Kalk eine herausragende Rolle. Der Diplom-Geologe Dr. Franz-Jürgen Harms wird ab 15. 30 h in Kooperation mit dem Heimatbund Niedersachsen e.V. Ortsgruppe Ahlem zu den neuesten Forschungsergebnissen über die Steinbrüche zwischen Mönckeberg und Heisterberg vortragen und „neue“ alte Bilder präsentieren.

Veranstaltungen 2020

Gelbe Bänder im Willy-Spahn-Park

Aufmerksamen Besuchern des Parks werden sie jüngst mit Verwunderung entdeckt haben: die gelben Bänder um einige der zwischenzeitlich meist abgeernteten Obstbäume im Park.

 

Auf Initiative des Nds. Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und des nachgeordneten Zentrums für Ernährung und Hauswirtschaft Niedersachen (ZEHN) in Oldenburg wurde auch der Willy-Spahn-Park im Rahmen einer Aktionswoche „Lebensmittelwertschätzung“ für das Projekt „Gelbes Band“ ausgewählt.

 

Jedes Jahr gehen in Deutschland viele Tonnen verwertbarer Lebensmittel verloren und landen im Abfall. Dazu gehört, dass im Spätsommer und Herbst so mancher Baum und Strauch ungeerntet und somit das Obst ungenutzt liegen bleibt, bis es letztendlich verrottet. Somit gehen wertvolle Lebensmittel verloren.

 

Mit dem Ernteprojekt „Gelbes Band“ können Besitzer auf privaten und öffentlichen Flächen Bäume und Sträucher farblich kennzeichnen, deren Früchte auch ohne Rücksprache von jedermann geerntet werden dürfen. Bäume und Sträuicher mit einem Gelben Band können also von Bürgerinnen und Bürgern zum Selbstpflücken abgesammelt werden. Wer eigenes Obst erntet, lernt Lebensmittel auf eine neue Art zu schätzen.

Dieser Gedanke wird im Willy-Spahn-Park seit seiner Öffnung im April 2004 praktiziert, ohne dass damals schon von einer farblichen Markierung die Rede gewesen ist.

 

Im Gegensatz zur früheren gewerblichen Obstplantage lud der öffentliche Park nämlich von Anfang an zum Selbstpflücken ein. Damit war und ist freilich „pflücken“ von reifem Obst gemeint gewesen. Nicht gemeint ist das Abreißen unreifer Früchte wie z.B. grüner Walnüsse, das Abschneiden ganzer Äste, die Ernte mit großen Kisten und Leitern, als wollten andere nichts mehr haben, das Klauen von Apfelpflückern, und was dergleichen alles geschehen ist. Zur Wertschätzung selbst gepflücktem Obst gehört selbstverständlich die pflegliche Behandlung der Bäume und Sträucher.

 

In diesem Jahr ist die Ernte – von wenigen spätreifen Äpfeln abgesehen – „gelaufen“. Mal sehen, was im nächsten Frühjahr/Frühsommer die Kirschbäume und die Johannisbeersträucher erleben werden.

 

Wir freuen uns jedenfalls darüber, dass der Willy-Spahn-Park in das Projekt „Gelbes Band“ einbezogen worden ist, ist es doch auch eine Auszeichnung für das Parkkonzept. Und immerhin das regionale RTL-Fernsehen und die Evangelische Presseagentur haben es zur Kenntnis genommen, nicht jedoch der lokale Qualitätsjournalismus aus dem Madsack-Verlag.

 

Siegfried Frohner 25.09.2020

 

Veranstaltungen 2019

Fotowettbewerb

Thema: "Der Apfel - von der Blüte bis zur Frucht". Die schönsten 3 Fotos aus dem Willy-Spahn Park wurden beim Apfelfest am 08.09.2019 gezeigt und gekürt.

 

 

08.09.2019 Apfelfest

Mit ökumenischem Gottesdienst.. Am Nachmittag wurde aus den Äpfel u. a. aus dem Park frischer Apfelsaft gepresst. Außerdem gab es ein Ständchen des Chorensembles Ahlem.

 

10.08.2019 Erntefest

14.30 Uhr bis 17.00 Uhr

Mit musikalischem Unterhaltungsangebot des Shanty Chors Lohnde. Außerdem kommt wieder die Gruppe alter Trecker aus den 50-er Jahren der Oldtimerfreunde Seelze und es gibt Gelegenheit zum privaten Flohmarkt, zu gemeinsamen Spielen und zum Picknicken.

22.06.2019 Sommerfest

14.30 bis 17.00 Uhr

Mit Kaffeetafel, Leckereien vom Grill, Informationsstand des französischen Partnerschaftsvereins Ahlem-Petit-Couronne und Bastelangebot für Kinder. Außerdem haben wir die Zusage des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Velber unter der Leitung von Miroslav Michnev erhalten.

Weiterhin wird es einen Flohmarkt geben. Für die Anmeldungen zum Flohmarkt bitte das Kontaktformular der Homepage benutzen. Standgeld wird von uns nicht erhoben, Stühle und Tische müssen mitgebracht werden. Erwünscht ist die Angabe, wieviel Platz benötigt wird.